Differenzielles Lernen

Fortbildungsinformationen:

Titel: Differenzielles Lernen – Neurophysiologie im Sport

Referent: Prof. Dr. Wolfgang I. Schöllhorn (GER)

Dauer: 9:00 – 16:30

Preis: €229

Inhalt:

Wiederholungen verhindern effektives Lernen!

Traditionell ist Training immer noch häufig mit zahlreichen Wiederholungen verbunden. Dies überrascht um so mehr, als dass schon Heraklit vor über 2000 Jahren treffend formulierte „Du steigst niemals zweimal in denselben Fluss“. Auch wird dies seit geraumer Zeit durch komplexe Mustererkennungsverfahren bestätigt. Selbst nach Tausenden von Wiederholungen wird die nächste Bewegung anders sein. In jüngerer Zeit wurde dies zwar durch Bernstein anekdotisch mit „Wiederholen, ohne zu wiederholen“ noch einmal Mitte des vergangenen Jahrhunderts für den Bewegungsbereich aktualisiert, jedoch wurden bis dato in der Trainingspraxis kaum Konsequenzen daraus gezogen. Ähnlich verhält es sich mit der Orientierung an Vor- oder Leitbildern. Obwohl einzelne Spitzenathleten seit über 20 Jahren anhand ihrer Bewegungsmuster erkannt und unterschieden werden können, wird an der Vorbildorientierung festgehalten, wenngleich auch die Vorbilder regelmäßig wechseln. Die Individualität von Bewegungen sowie die geringe Wahrscheinlichkeit identischer Bewegungswiederholungen wurden vom Ansatz des Differenziellen Lernens auf der Grundlage des systemdynamischen Ansatzes erstmalig konzeptuell zur Neugestaltung von Lern- und Trainingsprozessen aufgenommen. Anfangs lediglich exemplarisch anhand von Bewegungstechniken veranschaulicht, wurde der Ansatz mittlerweile auf den konditionellen und taktischen Bereich erweitert. Im Unterschied zu klassischen Meisterlehren basiert der differenzielle Lernansatz auf physikalischen und neurophysiologischen Prinzipien, die nicht nur auf den Sport und Bewegungen begrenzt sind, sondern im weiteren Sinne für adaptive Systeme gelten. Mittlerweile findet das Differenzielle Lernen auch Anwendung im Rehabilitationsbereich, der Musikausbildung, beim Schreiberwerb, im Managementbereich und sogar in der Schule beim Lehren von kognitiven Fächern. Die Allgemein- und Vielseitigkeit der Theorie führte inzwischen zu zahlreichen Interpretationen und bildet die Basis zahlreich vermarkteter Konzepte mit partieller Fokussierung. Jüngste Studien liefern Hinweise auf die zugrundeliegenden Mechanismen im Zentralnervösen System und schlagen Brücken zwischen bislang nicht verknüpften Bereichen. Die theoretischen Grundlagen des differenziellen Lernens sowie deren praktische Konsequenzen für das Training im technischen, konditionellen und taktischen Bereich werden im Rahmen des Workshops erfahren und diskutiert.

(Eine detaillierte Beschreibung der Fortbildung erscheint hier in Kürze)