The Core – Reise zum Mittelpunkt des Körpers

Corestability wird seit einigen Jahren heftig und kritisch diskutiert. Der Fokus der Forschung bezieht sich auf Prävention von Verletzungen und Leistungssteigerungen in der jeweiligen Sportart. Anhand verschiedener Studien wird die Evidenz widersprüchlicher Aussagen zu diesem Thema überprüft.

Die vier wichtigsten Hauptdiskussionspunkte sind dabei:

  • Unterscheidung in globale und lokale Stabilisatoren
  • Aktivierungsdysbalance zwischen lokaler und globaler Rumpfmuskulatur
  • Problem bei Rotationsbewegungen im Wirbelsäulenbereich
  • Leistungssteigerung und Rumpfkrafttraining

Zu der Rumpfmuskulatur (Kategorisierung nach Bergmark) gehören sowohl die globale Muskulatur als auch die lokale. Diese beiden bilden eine funktionelle bzw. motorische Einheit, denn die Stabilität der Wirbelsäule wird über ein richtungsabhängiges und synergistisches Zusammenspiel der globalen und lokalen Muskeln erreicht – und nicht wie oft angenommen, auf die alleinige Dominanz der lokalen Muskulatur zurückgeführt. Kurz: Ohne die Arbeit der globalen Muskulatur kann die lokale keine Stabilisation gewährleisten, da sie zu schwach ist! Daher sollten die beiden Muskelgruppen nicht separat, sondern aufeinander abgestimmt trainiert werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Unterscheidung anatomisch Sinn macht, funktionell jedoch nicht.

Die Aktivierung der Skelettmuskulatur läuft aufgabenspezifisch ab.  Es konnte weder gezeigt werden, dass zwischen verschiedenen Rumpfmuskeln (global und lokal) Unterschiede in der Aktivierungsfähigkeit vorherrschen, noch, dass durch ein Rumpfkrafttraining mit charakteristischen Übungen die Aktivierung einzelner Muskeln separat trainiert werden kann.

Als Hauptursache für das Eintreten von Rückenschmerzen im Alltag und die Schädigung der Bandscheiben werden, von Seiten der Autoren, die Rumpfrotation und die damit einhergehenden Scherkräfte gesehen. Besonders problematisch sind dabei Sportarten, die eine Rotation auf der Ebene der Wirbelsegmente hervorrufen, denn in rotierter Position sind die Muskeln nicht mehr fähig die segmentale Stabilisation sicherzustellen. Folglich besteht die Hauptaufgabe der Rumpfmuskulatur darin, Bewegung zu verhindern bzw. diese nur soweit zuzulassen, wie es notwendig ist. Deswegen soll das Vermeiden der Rotation trainiert werden.

Das unmittelbare Ergebnis des Kräftigungsprogramms der Studien kann oftmals nicht bewertet werden, da meist eine komplexe Therapieform mit verschiedenen Interventionsschwerpunkten eingesetzt wird. Die innerhalb der EMG-Beanspruchungsanalyse meist verwendeten Rückenschul- und Wirbelsäulenübungen sind zu unspezifisch, zu unterschwellig und zu kurz, also insgesamt zu ineffizient im Bezug auf den Konditionierungseffekt für die Rückenmuskulatur. Insgesamt bringt klassisches Krafttraining die meisten Vorteile im Bereich des Rumpfkrafttrainings, da dieses den notwendigen Reiz setzt, um die gewünschten Anpassungen zu erzielen. Es konnte von Seiten der Autoren jedoch kein erhöhter Zusammenhang zwischen sportlicher Leistungsfähigkeit und der Stärke der Rumpfmuskulatur gezeigt werden.